3PL vs 4PL: Was sie sind, die wichtigsten Unterschiede und wie man wählt

04 Februar 2026

Der globale 3PL-Markt hat 2023 die Marke von 1.000 Milliarden US-Dollar überschritten und ist auf dem besten Weg, sich bis 2030 nahezu zu verdoppeln und rund 1.900 Milliarden US-Dollar zu erreichen. Ein derartiges Wachstum zeigt, wie essenziell ausgelagerte Logistik für moderne Unternehmen geworden ist.

Wenn du beginnst, nach Anbietern für die Auftragsabwicklung zu suchen, wirst du wahrscheinlich auf zwei Hauptmodelle stoßen: 3PL (Third-Party Logistics) und 4PL (Fourth-Party Logistics).

Obwohl 3PLs die gängigste Wahl für die ausgelagerte Auftragsabwicklung sind, bieten 4PLs ein höheres Maß an strategischer Steuerung.

Wenn du planst, deine Logistik einem externen Partner anzuvertrauen, besteht der nächste Schritt darin zu verstehen, welches Modell besser zu deinen Anforderungen passt: ein 3PL oder ein 4PL.

Um dir bei der Entscheidung zu helfen, behandelt dieser Artikel:

  • die wichtigsten Unterschiede zwischen 3PL- und 4PL-Modellen
  • wie jedes Modell funktioniert
  • wie du den richtigen Logistikpartner basierend auf deiner Wachstumsphase und deinen operativen Anforderungen auswählst

Was ist ein 3PL (Third-Party Logistics)?

Ein 3PL ist ein Unternehmen, das logistische Abläufe im Auftrag eines anderen Unternehmens übernimmt. Es besitzt Lagerhäuser, Gabelstapler und Personal. Zu den angebotenen Leistungen gehören:

  • Lagerhaltung: Aufbewahrung der Waren in den eigenen Einrichtungen
  • Bestandsmanagement: Echtzeitüberwachung der Bestände und Synchronisierung der Daten mit den Verkaufskanälen
  • Auftragsabwicklung: Auslagerung, Verpacken und Etikettieren der Bestellungen
  • Versand: Verhandlung von Tarifen mit Versanddienstleistern (UPS, FedEx und DHL) und Organisation der Zustellung
  • Retouren (Reverse Logistics): Bearbeitung zurückgesendeter Artikel, Wiedereinlagerung und entsprechende Bestandsaktualisierung

Im Wesentlichen fungiert ein 3PL als Vermittler zwischen deinem Unternehmen und den Kurierdiensten, die die Produkte an die Kunden liefern.

Was ist ein 4PL (Fourth-Party Logistics)?

Der globale 4PL-Markt wächst: Mit einem Volumen von rund 62 Milliarden US-Dollar im Jahr 2023 wird erwartet, dass er sich bis 2033 nahezu verdoppelt und etwa 121 Milliarden US-Dollar erreicht. Dieses Wachstum spiegelt einen Wandel in der Art und Weise wider, wie Unternehmen ihre Logistik steuern.

Im Gegensatz zu einem 3PL, der sich um die tägliche operative Ausführung kümmert, geht ein 4PL darüber hinaus und überwacht die gesamte Supply Chain aus strategischer, übergeordneter Perspektive. In der Regel besitzt er weder Lagerhäuser noch Transportmittel.

Zu den Aufgaben gehören:

  • Management eines oder mehrerer 3PLs
  • Koordination der Abläufe zwischen verschiedenen Regionen und Anbietern
  • Integration logistischer Technologien zur Bereitstellung einer zentralen, einheitlichen Datensicht
  • Bereitstellung einer vollständigen End-to-End-Lösung für die Supply-Chain-Strategie

Anstatt sich mit dem operativen Tagesgeschäft zu befassen, konzentriert sich der 4PL auf Strategie und Optimierung und stellt sicher, dass alle Logistikpartner und Systeme entlang der gesamten Supply Chain reibungslos zusammenarbeiten.

Unterschiede zwischen 3PL und 4PL

Der Hauptunterschied liegt in Kontrolle und Assets. Ein 3PL ist auf die Ausführung (Warenbewegung) fokussiert, während ein 4PL auf die Strategie (Netzwerkmanagement) ausgerichtet ist.

Unternehmen, die die Auftragsabwicklung an einen 3PL auslagern – inklusive Lagerung, Kommissionierung, Verpackung und Versand – ermöglichen es ihren internen Teams, sich auf Vertrieb, Marketing und Kundenservice zu konzentrieren, ohne die Kosten und die Komplexität des eigenen Lagerbetriebs.

Eine einzelne Partnerschaft mit einem 3PL kann Abläufe optimieren und ein stetiges, skalierbares Wachstum unterstützen, insbesondere für schnell wachsende Marken.

Ein 4PL hingegen agiert als Stratege der Supply Chain.

Anstatt die Auftragsabwicklung selbst durchzuführen, verwaltet ein 4PL die Beziehungen zu mehreren 3PLs und überwacht die Logistikleistung, die Lieferantenkoordination sowie die ganzheitliche Optimierung der Supply Chain.

Wie der 3PL-Prozess funktioniert

Wie genau bearbeitet ein 3PL deine Bestellungen? So läuft der Prozess in der Praxis ab:

Phase 1: Versand des Bestands an das 3PL-Lager
Dein Unternehmen sendet die Produkte in größeren Mengen an das Fulfillment-Zentrum des 3PL. Das Wareneingangsteam prüft die Lieferung, um sicherzustellen, dass sie der Advanced Shipping Notice (ASN) entspricht.

Phase 2: Wareneingang und Einlagerung
Der 3PL nimmt die Ware an, erfasst sie im eigenen System und lagert sie an einem dedizierten Lagerplatz ein. Häufig wird hierfür ein Warehouse-Management-System (WMS) zur Nachverfolgung eingesetzt.

Um die Effizienz im Lager zu steigern, nutzen viele 3PLs Automatisierungssysteme wie Vertikallager von Modula. Diese Systeme optimieren den Platzbedarf, beschleunigen die Kommissionierung und integrieren sich in WMS-Plattformen, um eine Echtzeit-Bestandsübersicht zu ermöglichen – entscheidend für Wachstum ohne zusätzliche Arbeitskräfte oder Lagerflächen.

Phase 3: Kunden geben Bestellungen auf
Wenn ein Kunde eine Bestellung auf deiner Website oder Verkaufsplattform aufgibt, werden die Bestelldaten automatisch an das System des 3PL übermittelt.

Phase 4: Kommissionierung und Verpackung
Lagerpersonal oder automatisierte Lösungen wie robotergestützte Kommissioniersysteme entnehmen die richtigen Artikel, prüfen die Bestellgenauigkeit, verpacken alles sicher mit geeigneten Materialien und bereiten den Versand vor.

Hier ist Genauigkeit entscheidend. 3PLs mit automatischen Kommissionierlösungen wie automatischen Vertikallagern von Modula können Mitarbeitende mithilfe von Laserpointern zum exakten Artikel führen, eine Kommissioniergenauigkeit von 99,9 % erreichen und Versandfehler nahezu vollständig eliminieren.

Phase 5: Versand an den Kunden
Der 3PL wählt den kosteneffizientesten Versanddienstleister aus, erstellt das Versandetikett und versendet das Paket direkt an den Kunden – häufig inklusive Echtzeit-Sendungsverfolgung.

Phase 6: Retourenabwicklung
Wenn ein Kunde einen Artikel zurücksendet, bearbeitet der 3PL die Retoure, prüft die Produkte und lagert sie wieder ein oder entsorgt sie gemäß den Vorgaben des Kunden.

Wie der 4PL-Prozess funktioniert

Die Hauptaufgabe eines 4PL besteht darin, das Kundenunternehmen vom Stress der Supply-Chain-Steuerung zu entlasten. Er fungiert als echte „Control Tower“-Instanz. So arbeitet er:

Phase 1: Planung von Transport und Logistiknetzwerk
Der 4PL entwirft das optimale Supply-Chain-Netzwerk.
Er koordiniert den Transport der Fertigprodukte vom Hersteller und lenkt die Sendungen anhand von Nachfrageprognosen zu bestimmten 3PL-Knotenpunkten (z. B.: „Sende 40 % an den Nordeuropa-Knoten und 60 % an den Südeuropa-Knoten“).

Phase 2: Auswahl der Dienstleister und Lagerverwaltung
Der 4PL besitzt keine Lager, entscheidet jedoch, wer sie betreibt. Er wählt 3PL-Partner aus, die Lagerhaltung und Kommissionierung in strategischen Regionen übernehmen.

Fortschrittliche 4PLs priorisieren Anbieter, die Automatisierungssysteme wie Vertikallager von Modula einsetzen. Warum? Weil Automatisierung ein standardisiertes Leistungs-, Sicherheits- und Geschwindigkeitsniveau im gesamten Netzwerk gewährleistet – unabhängig vom Lagerstandort.

Phase 3: Zentrale Bestandsverwaltung
Der 4PL überwacht die Bestandsführung und stellt über integrierte Softwarelösungen eine zentrale Transparenz bereit. Kundenunternehmen können die Lagerbestände an allen Standorten in Echtzeit über ein einziges Dashboard verfolgen.

Integration ist in dieser Phase entscheidend. Lager, die Softwarelösungen wie Modula IoT (Cloud) einsetzen, können Bestandsdaten und Maschinenstatus in Echtzeit direkt an das zentrale Dashboard des 4PL übertragen. Das eliminiert manuelle Berichtsfehler und verschafft dem 4PL vollständige Transparenz über den globalen Bestandszustand.

Phase 4: Versand und Last-Mile-Management
In der letzten Phase optimiert der 4PL die Zustellung auf der letzten Meile.
Er koordiniert lokale 3PLs und Kuriere, um sicherzustellen, dass Bestellungen pünktlich abgeholt und an den Endkunden geliefert werden, und managt zentral eventuelle Ausnahmen oder Verzögerungen.

3PL- vs. 4PL-Logistik: Wie wählst du das richtige Modell für deine Abläufe?

Fragst du dich, ob für deine Marke eher ein 3PL oder ein 4PL sinnvoll ist? Hier einige typische Situationen, in denen das jeweilige Modell die bessere Wahl sein kann.

1) Das Unternehmen steht am Anfang? Ein 3PL kann trotzdem die richtige Wahl sein

Viele Start-ups glauben, die Auftragsabwicklung anfangs intern managen zu müssen. Tatsächlich kann der frühzeitige Einsatz eines 3PL ein schnelleres und nachhaltigeres Wachstum fördern.

Statt Kapital in Gabelstapler, Regalsysteme und Lagerflächen zu investieren, kann die Logistik an einen 3PL ausgelagert werden, der Lagerung, Kommissionierung, Verpackung und Versand übernimmt.

So kannst du dich in der Anfangsphase auf das Wesentliche konzentrieren: Produktentwicklung, Markenaufbau und den Ausbau des Kundenstamms.

2) Dein Unternehmen wächst schnell: Ein 3PL ist eine gute Lösung

Mit zunehmendem Wachstum drohen Lagerplatzmangel oder Engpässe bei der Auftragsabwicklung.

Das Outsourcing an einen 3PL löst das Platzproblem – doch zur Bewältigung hoher Volumina ist Technologie entscheidend. Ein Bericht nennt steigende Nachfrage und knappen Lagerraum als Haupttreiber für die Nutzung von 3PLs. Allerdings sind nicht alle 3PLs gleich.

Praktischer Tipp: Suche nicht nur nach freien Regalen, sondern nach einem Partner mit Automatisierung. Die Skalierbarkeit eines Logistikpartners hängt maßgeblich von der eingesetzten Technologie ab.

Modulas Smart-Warehousing-Lösungen unterstützen leistungsstarke 3PLs durch:

  • Vereinfachung repetitiver Tätigkeiten zur Bewältigung plötzlicher Auftragsspitzen
  • Maximierung der Lagerdichte zur Kostensenkung
  • Systemintegration für Echtzeit-Bestandstransparenz

3) Du agierst auf Enterprise-Niveau: Ein 4PL kann sinnvoll sein

Wenn die Steuerung der gesamten Supply Chain komplex und kostspielig wird, kann ein 4PL eine Option sein.

Im Gegensatz zu einem 3PL überwacht ein 4PL alles, einschließlich der Koordination mehrerer Logistikpartner. Das bedeutet jedoch auch, einen Teil der direkten Kontrolle abzugeben.

Aus diesem Grund arbeiten viele stark wachsende Marken weiterhin mit einem technologisch fortschrittlichen 3PL zusammen, mit dem sie langfristig wachsen können und der Flexibilität sowie Transparenz mit zunehmender Unternehmensgröße bietet.

3PL vs. 4PL: Können sie zusammenarbeiten?

Ja – und das tun sie häufig. Ein 4PL agiert als strategischer Leiter, der die gesamte Supply Chain überwacht und die von 3PLs ausgeführten logistischen Aktivitäten koordiniert.

Dank moderner Logistiktechnologien wie gemeinsamen Datenplattformen und Echtzeit-Dashboards können 4PLs mehrere 3PL-Partner in unterschiedlichen Regionen effizient steuern und dabei zentrale Transparenz und Kontrolle gewährleisten.

Der 3PL konzentriert sich auf die operative Ausführung, während der 4PL die übergeordnete Strategie auf Kurs hält.

3PL vs. 4PL erklärt: Die wichtigsten Punkte

  • Ausführung vs. Strategie: 3PL-Anbieter sind operative Partner, die physische Tätigkeiten wie Lagerung, Kommissionierung und Versand übernehmen. 4PL-Anbieter sind strategische Partner, die die gesamte Supply Chain überwachen und mehrere Dienstleister managen.
  • Skalierbarkeit: Schnell wachsende Unternehmen profitieren in der Regel von 3PLs für eine praxisnahe und kosteneffiziente Auftragsabwicklung. Große Unternehmen mit komplexen, multiregionalen Netzwerken benötigen oft die zentrale Steuerung eines 4PL.
  • Der Technologiefaktor: Ob 3PL oder 4PL – der Erfolg hängt von der eingesetzten Technologie ab. Anbieter mit automatisierten Lager- und Kommissioniersystemen (wie automatischen Vertikallagern von Modula) bieten höhere Genauigkeit, Dichte und Geschwindigkeit als manuelle Lager.

3PL- vs. 4PL-Logistik: FAQ

3PL vs. 4PL vs. 5PL

  • 3PL: Übernimmt spezifische Logistikfunktionen wie Lagerhaltung, Kommissionierung, Verpackung und Versand. Bietet direkte operative Unterstützung.
  • 4PL: Steuert die gesamte Supply Chain, einschließlich mehrerer 3PLs. Fokus auf Strategie, technologische Integration und End-to-End-Koordination.
  • 5PL: Verfolgt einen noch umfassenderen Ansatz und managt komplette Liefernetzwerke mit Fokus auf digitale Optimierung, Automatisierung und großskalige Logistik für mehrere Kunden.

Kann ein 3PL zu einem 4PL werden?

Einige 3PLs bieten zusätzliche Leistungen wie Technologieintegration oder Datenanalyse an. Ein echter 4PL agiert jedoch unabhängig, steuert mehrere 3PLs und überwacht die gesamte Supply Chain auf strategischer Ebene.

Wann sollte ein Unternehmen von 3PL auf 4PL umsteigen?

Ein Wechsel zu einem 4PL sollte erwogen werden, wenn mehrere Logistikdienstleister koordiniert werden müssen, eine globale Expansion stattfindet oder eine zentrale Steuerung von Supply-Chain-Strategie, Performance und Technologieintegration erforderlich ist.

Ist ein 4PL teurer als ein 3PL?

Ja. Die direkte Zusammenarbeit mit einem 3PL ist in der Regel kostengünstiger, insbesondere beim Vergleich mehrerer Angebote.

Bei einem 4PL erfolgt die Anbindung an 3PLs über ein gemanagtes Netzwerk, wobei der 4PL eine Transaktionsgebühr einbehält. Diese zusätzliche Ebene kann die Kosten erhöhen und die Wettbewerbsfähigkeit der 3PL-Tarife einschränken.